Was macht ungandir?

...und wie machen wir das?

Was ist unser Ziel?

Ungandir sieht sich als Living History Gruppe. Zumindest setzen wir uns dies als Ziel. Wie bereits auf der Seite "Was ist Living History" erwähnt, ist in diesem Bereich der Weg das Ziel und niemand ist perfekt. Uns ist es ein Anliegen, die Schweizer Mittelalterszene zu bereichern und den Besuchern nicht nur Unterhaltung sondern einen echten Mehrwert in Form von einer gewissen Geschichtsvermittlung zu bieten.

Wenn man etwas vermitteln möchte, muss man dort hin gehen wo die interessierten Menschen sind. Manche tun dies durch Museumsbelebungen. Dazu sehen wir uns von unserem eigenen Anspruch her im Moment noch nicht als qualifiziert genug. Wir bewegen uns vorwiegend auf dem Bereich des Marktmittelalters in der sogenannten "GroMi" Szene. Wir sind keine A-Päpste, wir möchten niemandem Predigten halten und wir sehen uns nicht als etwas besseres. Aber wir möchten fähig sein, auf Fragen qualifizierte, fundierte Antworten zu geben und ein stimmiges Gesamtbild abzugeben, denn das ist es was in den Köpfen der Besucher hängen bleibt und letztlich dazu beiträgt, welches Bild vom "Mittelalter" in der Gesellschaft hängen bleibt.

Leider kämpfen wir in diesem Bereich immer wieder gegen gewisse durch die moderne Pop-Kultur wie Netflix und co. geprägte Narrative. Doch vielleicht ist dies ja auch ein Teil des Reizes.

Im Zentrum steht die Freude am Ausleben der Darstellung und die Gemeinschaft!

Welche Zeit und welchen Ort stellen wir dar?

Wir sind Darsteller der Wikingerzeit. Darunter versteht man weitläufig den Zeitraum von 793 bis 1066 n. Chr. also den grössten Teil des Frühmittelalters. Wir stellen das Leben in dieser Zeit im skandinavischen Norden Europas dar. Dies sind für Living History Verhältnisse sehr sehr weit gefasste Zeitbereiche und geographische Einordnung. Schliesslich reden wir hier von mehreren Jahrhunderten, in welchen es Entwicklungen gab und auch nicht in jeder Region immer alles gleich war. Diese Grobfassung kommt daher, dass wir in diesem Bereich noch immer ein sehr junges Gewächs sind und viele unserer Mitglieder sich in dieser erst noch finden müssen. Manch einer würde nun sagen, in diesem Fall seid ihr derzeit eher im Bereich des "gehobenen Marktmittelalters" anzusiedeln. Wenn man uns so bezeichnen möchte, dann können wir damit auch leben. Wir finden den Begriff etwas überheblich und würden ihn daher nicht verwenden.

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Was machen wir an unseren Veranstaltungen?

Anders als der Begriff "Wikinger" (den wir übrigens gar nicht gerne so inflationär verwenden, denn Wikinger war genau genommen nur die Bezeichnung für die Männer, welche auf Raubzug, oder eben "Wiking" fuhren) vermuten lässt, sind wir eher dem Handwerk zugeneigt, als dem Kampf. Dies soll nicht heissen, dass wir nicht auch unsere Waffen hätten. Der Ungandir Speer ist bekannt und gefürchtet. Eine Waffe war nicht zuletzt ein Standes- und Statussymbol.

Wir betreiben also verschiedenste frühmittelalterliche Handwerke wie Brettchenweben, Nadelbinden, Weben, Nähen, Schnitzerei in verschiedenen Formen mit Holz oder Knochen, Pfeilherstellung, Kochen mit vielfach nur historischen Zutaten, etc.

Ausserhalb der Veranstaltungen haben wir uns auch schon im Schmieden oder der Glasperlenherstellung versucht. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Jedes Mitglied entscheidet selber was ihm persönlich zusagt und in was er sich üben möchte.

Wir erklären interessierten Besuchern die Eigenheiten und Lebensweise der damaligen Zeit, räumen mit Mythen auf, pflegen den Kontakt zu Bekannten und Freunden, oder geniessen einfach das Lagerleben und die Gemeinschaft. Gerne auch am Abend mit musikalischer Untermalung zusammen befreundeten Gruppen oder der ein oder anderen Nachteule, bevor es dann in unsere Schlafzelte geht. Es kann also durchaus auch mal etwas lauter zu und her gehen bei uns.

An wie vielen Veranstaltungen im Jahr sind wir?

Das ist unterschiedlich. In der Regel haben wir so zwischen 3 - 5 Märkte pro Saison und je nachdem noch 2 - 3 anderweitige Events ausserhalb der offiziellen Märkte. Des Weiteren nehmen wir gerne an den Handwerkertagen von Wikinger der Schweiz teil und an deren Bergthing. Individuelle Marktbesuche als Besucher sind eher die Regel als die Ausnahme, denn schliesslich haben sich die meisten von uns letztlich so kennengelernt. Dies sind jedoch nur Richtwerte. Den Plan, wo wir unsere Bewerbungen für die kommende Saison hinschicken machen wir jeweils gemeinsam am Herbstthing.

Wie viele Leute sind wir?

Wir sind Stand Ende 2022 - 8 Vollmitglieder, 2 Anwärter und hie und da kommt der ein oder andere Probelagerer bei uns vorbei. Das empfinden wir als eine angenehme Gruppengrösse. Die Mitgliederzahl kann immer leicht variieren, blieb bisher jedoch immer grob in diesem Rahmen. Wir zielen nicht grundsätzlich darauf ab, immer grösser zu werden. Uns ist wichtiger, dass die Leute die dabei sind (langfristig) aktiv sind und harmonieren. Seit Beginn unserer Reise haben wir jedoch bereits diverse neue Anwärter bei uns begrüssen dürfen. Zuwachs ist uns also kein Fremdwort. Weitere Infos zu diesem Thema finden sich auf der Seite "Ich will auch".

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Woher kommen wir?

Wie in so manch einer Gruppe des darstellenden Mittelalters hierzulande kommen unsere Mitglieder aus verschiedenen Teilen der Schweiz. Der Grossteil von uns kommt jedoch aus dem Raum Nord-Ostschweiz, sprich aus den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Zürich. Veranstaltungen besuchen wir jedoch in der gesamten Deutschschweiz und teilweise sogar im Ausland.

Wie sind wir organisiert?

Ungandir als Gruppe ist seit 2022 ein offizieller in der Schweiz eingetragener Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB. Der Präsident wird bei uns entsprechend der Rangordnung beim WdS bereits seit Anbeginn "Hersir" genannt. Viele Gruppen in der Szene nennen diese Position "Jarl". Bei uns kommt der Jarl erst eine Stufe höher. Wir finden dies auf Grund der Gruppengrösse im historischen Kontext passender. Dennoch sind es lediglich funktionelle Bezeichnungen und keine Rangordnung im hierarchischen Sinn.

Wir treffen uns zwei mal im Jahr zum Thing. Einmal nach der Saison (Herbstthing) und einmal vor der Saison (Frühlingsthing). Dieser kommt der Mitgliederversammlung gleich. Nur dort können für uns als Gruppe intern rechtlich bindende Entscheidungen getroffen werden. Dort werden aktuelle Themen besprochen, Regeln definiert, organisatorisches wird erledigt, die Planung wird besprochen, Wahlen werden abgehalten, etc.

Wir haben einen jährlichen Mitgliederbeitrag, welcher in erster Linie zur Deckung laufender Kosten und in zweiter Linie zur Anschaffung von (Ersatz)Material eingesetzt wird.

Woher stammt der Name Ungandir?

Der Begriff ist Teil eines runischen Schriftzugs auf einem Runenstein aus Huglo, Norwegen. Die Inschrift lautet: "ek gudija Ungandir", was man sinngemäss etwa übersetzt als: "Ich der Priester/Gode, der gegen Schadenszauber (Gand) immun ist". Ungandir bedeutet also im Prinzip: "Immun gegen Schadenszauber". Es ist spannenderweise der erste Runenstein auf dem ein Priester erwähnt wird. Der Stein selber stammt allerdings nicht aus dem Frühmittelalter, sondern aus der Völkerwanderungszeit. Die darauf verwendeten Runen entsprechen noch dem alten Futhark, welches zur Zeit der Wikinger nicht mehr verwendet wurde. Aus diesem Grund schreiben wir unseren Namen auch praktisch nie in Runen.

Was ist unser Banner für ein Ding?

Unser Banner, wird geziert vom so genannten "Ungantier". Ganz den wikingerzeitlichen Kunststilen entsprechend ist es ein Wesen, bei dem man nicht immer mit Sicherheit sagen kann, was genau es eigentlich ist. Es ist eben ein "Ungantier" und wir sind Stolz darauf. Es erscheint in den traditionellen Ungandir Farben: "Weiss auf Indigo", welche auch unsere Schilde schmücken.

Wo findet man uns?

Um immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, welche Veranstaltungen wir besuchen, oder woran wir gerade arbeiten, folge sehr gerne unseren Social Media Kanälen. Du findest sie an diversen Stellen dieser Seite verlinkt!

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